Bienenjahr 2025 – Stabilisierung statt Wachstum um jeden Preis
Nach den intensiven Aufbaujahren mit hohen Investitionen war 2025 ein anderes Jahr.
Die großen Anschaffungen der vergangenen Jahre sind abgeschlossen. Die meisten Gerätschaften – vom Schleuderraum bis zur Wachsverarbeitung – sind vorhanden. Auch bei den Bienenvölkern ist künftig nur noch ein moderates Wachstum geplant.
2025 ging es deshalb nicht um weiteres Wachstum, sondern um gezielte Optimierung und strukturelle Stabilität.
Erstmals über 20 Wirtschaftsvölker
Zum ersten Mal überhaupt bin ich mit über 20 Wirtschaftsvölkern ins neue Jahr gestartet.
Die angepasste Varroastrategie aus dem Vorjahr hat sich bewährt. Die Winterverluste lagen wieder in einem kalkulierbaren Bereich – eine wichtige Grundlage für Planungssicherheit und Weiterentwicklung.
Optimieren statt neu aufbauen
Anstelle großer Investitionen standen 2025 gezielte Verbesserungen im Mittelpunkt:
- Feinabstimmung im Schleuderraum (Aufwertung der Lagerregale, zusätzliche Edelstahltische etc.)
- effizientere Abläufe
- Anschaffung einer Mittelwandgießanlage
Die Mittelwandgießanlage bedeutet für mich jedoch keine vollständige Umstellung. Die externe Umarbeitung bleibt weiterhin ein wichtiger Bestandteil meines Wachskreislaufs.
Die eigene Anlage ist vor allem eine zusätzliche Option:
- bei Bedarf kurzfristig Mittelwände aus eigenem Wachs herstellen
- kleinere Chargen flexibel verarbeiten
- unabhängiger reagieren können
Sie ergänzt bestehende Strukturen – sie ersetzt sie nicht.
Standorttreue Imkerei – bewusst ohne Wanderung
Wir ZennBienen sind weiterhin eine standorttreue Imkerei und verzichten bewusst auf das sogenannte Anwandern von Massentrachten.
Das bedeutet:
- starke Abhängigkeit vom lokalen Kleinklima
- Einfluss von Spätfrost, Unwettern oder Trockenphasen
- unterschiedliche Entwicklungen je nach Standort
Diese Form der Imkerei ist weniger planbar, aber ehrlich regional. Der Honig entsteht genau dort, wo die Bienen stehen – mit allen Chancen und Risiken. Gleichzeitig bietet sie die besondere Möglichkeit, charakterstarken Lagenhonig zu erzeugen.
Neuer Standort Veitsbronn
2025 kam mit Veitsbronn ein weiterer Standplatz hinzu.
Da ich selbst im Hauptberuf Telekom-Mitarbeiter bin, ist es mir möglich, die Bienen auf einer großen, aktuell ungenutzten Wiesenfläche aufzustellen. Im Rahmen der „Magenta Bieneninitiative“ wird meine Bienentätigkeit zudem in internen und teilweise auch externen Medien begleitet.
Das Frühjahr verlief dort hinsichtlich der Honigmenge stabil, die Sommerernte war an diesem Standort jedoch deutlich unbeständiger.
Strategische Flexibilität durch die HEG
Im Jahr 2025 sind wir der Honigerzeugergemeinschaft Süddeutschland w.V. beigetreten.
Für mich ist die HEG in erster Linie ein wichtiger Partner beim Materialeinkauf:
Gläser, Mittelwände, Futter und weiterer Imkereibedarf lassen sich strukturiert und zuverlässig beziehen – ohne lange Lieferwege oder hohe Speditionskosten.
Ein weiterer Bestandteil ist die Möglichkeit, auf geprüfte Honige anderer Mitglieder zurückzugreifen oder bei sehr guten Ernten eigene Überschüsse zu platzieren.
Dabei geht es nicht um ständigen Handel, sondern um Flexibilität und Absicherung, falls Witterung oder Tracht einmal nicht mitspielen.
Honigjahr 2025
Das Jahr war insgesamt solide, jedoch stark standortabhängig und leicht unter dem langjährigen Durchschnitt.
- Fernmeldeturm Nürnberg: gute Frühtrachternte und sehr gutes Ergebnis beim Lindenhonig
- Burggrafenhof sowie Gewerbegebiet Langenzenn: eher zurückhaltend und deutlich unter dem langjährigen Schnitt
- Veitsbronn: im Frühjahr gut, im Sommer deutlich schwächer
- Laubendorfer Wald: sowohl im Frühjahr als auch im Sommer überdurchschnittliche Erntemengen
Kein Rekordjahr – aber gute Qualität und verlässliche Mengen.
Völkerzahlentwicklung
Auch bei der Entwicklung der Ablegervölker zeigte sich eine deutliche Stabilisierung.
Aus nahezu jedem gebildeten Ableger ist ein stabiles Jungvolk mit leistungsfähiger Königin geworden.
Damit ist die Basis für 2026 und ein weiteres moderates Wachstum bereits gelegt.
Märkte, Messen und Veranstaltungen
Wie bereits Ende 2024 haben wir auch 2025 an einer Vielzahl kleinerer und größerer Märkte sowie Verkaufsmessen teilgenommen.
Im Rückblick haben sich einige Veranstaltungen besonders positiv hervorgetan – auf diese werden wir uns künftig stärker fokussieren.
Erstmals durften wir am Herbstzauber in Raindorf teilnehmen. Durch die direkte Nähe zur Zenn passten wir mit unserem regionalen ZennBienen-Honig hervorragend ins Marktumfeld. Die vielen positiven Rückmeldungen haben uns besonders gefreut.
Auch im Lebensmitteleinzelhandel konnten wir weiter wachsen: Mit dem REWE-Markt in Langenzenn kam ein weiterer Standort hinzu. Die Verkaufszahlen liegen dort naturgemäß noch unter dem Niveau unseres langjährigen Partnermarktes in Wilhermsdorf – aber auch dort hat sich die Entwicklung über Jahre aufgebaut.
Externe Lagerfläche
Durch das kontinuierliche Wachstum ist unser heimischer Keller inzwischen an seine Grenzen gestoßen.
Umso mehr freuen wir uns, Ende 2025 eine ideal gelegene externe Lagermöglichkeit nutzen zu können. Dort lagern nun ungenutzte Beuten, Zargen, Futterzargen sowie leere Honigräume außerhalb der Saison.
Das schafft Platz, Struktur und bessere Arbeitsbedingungen.
Fazit 2025
2025 war kein spektakuläres Jahr.
Aber weiterhin geprägt von einem leichten, gesunden Wachstumskurs in allen Bereichen.
Gezielte Optimierung, mehr Struktur und größere Flexibilität standen im Mittelpunkt.
